Hinrunde vorbei: Einzige Konstante der Personalmangel…

Der Sachsen- Anhaltligist SV Eiche 05 Biederitz rangiert nach 14 absolvierten Begegnungen mit 10:18 Punkten auf Platz 10. Die prognostizierte schwere Saison hat sich für die Ehlehandballer in jeder Hinsicht bewahrheitet und läßt auch im Hinblick auf die bevorstehende Rückrunde für die Truppe um Trainer Enrico Sonntag kein noch so leises Durchschnaufen zu.
Wenn in den zuende gehenden Jahren in schöner Regelmäßigkeit das (Un-) Wort des Jahres gesucht wird, dann sind sich die Protagonisten oft uneinig. Dies dürfte an der Ehle beim etablierten Sachsen- Anhaltligisten für das zurückliegende Jahr 2018 nicht der Fall sein. Egal wie man die Hinrunde dreht und wendet – es ging schlichtweg immer um das (fehlende) Personal. Vorab war den Verantwortlichen klar, dass mit Carlos Swoboda und Marcus Tysack die rechte Angriffshälfte in der Hinrunde nur selten zur Verfügung stehen werde. Dies trat dann auch ein, wobei es Tysack dennoch auf sechs Partien brachte, während Swoboda lediglich zweimal die Schuhe schnüren konnte. „Marcus Tysack, den wir aber erst mal wieder in die Spur bekommen müssen, kehrt nun kontinuierlich zurück. Wie es bei Carlos aussieht, steht jedoch in den Sternen“, informiert Coach Enrico Sonntag, der übrigens bei den Gastspielen in Kühnau und Spergau selbst in das Geschehen eingreifen musste. Eine Entspannung der Kadersituation bedeutet die Rückkehr Tysack allerdings nicht, da sich Nilas Praest bereits im Heimspiel gegen Halle im Oktober schwer an der Schulter verletzte und wohl nicht mehr in die laufende Saison zurückkehrt. Lobenswert dagegen die Hilfsbereitschaft aus den anderen Biederitzer Mannschaften, wo beispielsweise Daniel Bahr, Sebastian Rabe und Stephan Holzgräbe aus der zweiten Vertretung aushalfen und auch die Stadtligavertretung durch Steve Klack und Yves Steinweg Präsenz zeigte. „Ich hoffe natürlich, dass die Jungs weiter zur Stange halten“, meint Sonntag und denkt da in erster Linie an Sebastian Rabe, Stephan Holzgräbe und Steve Klack, die nach derzeitigem Stand im Kader der ersten Mannschaft verbleiben sollen.
Rein sportlich begann die Spielzeit 2018/2019 mit dem 33:29- Auswärtserfolg beim HSV Magdeburg vielversprechend, nachdem allerdings das Pokalspiel bei Eintracht Gommern eine Woche zuvor kurzfristig abgesagt werden musste. Der positive Start setzte sich dann beim Gastspiel in Kühnau (19:27) nicht fort, auch weil dem ausgedünnten und zugegeben „gealterten“ Kader am Ende die Luft fehlte. Auch dem zweiten souveränen Saisonsieg gegen den runderneuerten BSV 93 Magdeburg (35:29) sollte schnell die Ernüchterung folgen, musste doch das Gastspiel beim HV RW Stassfurt gänzlich abgesagt werden. „Die Stassfurter sagten einer kurzfristigen Verlegung nicht zu, so dass die Punkte am grünen Tisch Richtung Stassfurt gingen. Zudem findet das Rückspiel nun in der Fremde statt“, informierte der Biederitzer Spielwart Ingo Heitmann damals.
Der Monat Oktober sollte auch in Folge seinen negativen Ruf behalten. Zunächst folgte die völlig unnötige 30:32- Heimniederlage gegen die Reserve des USV Halle, ehe die allgegenwärtige Personalnot die Biederitzer beim 17:32 in Spergau ausbremste. Als weiterer Tiefschlag musste dann fraglos der Auftritt gegen die HSG aus Osterburg bewertet werden. Obwohl mit einem ganz ordentlichen Kader ausgestattet, glich die Leistung beim 28:32 an diesem Tag einem Offenbarungseid. „Der Trainer ist hier die ärmste Sau“, meinte die Olaf Haase, er hilft Enrico Sonntag seit drei Jahren mit Rat und Tat, in vielerlei Hinsicht. „Diese zwei Niederlagen tun auch heute noch weh. Vier Punkte mehr und wir hätten aktuell 14 Zähler, was unter den gegebenen Umständen dann sogar in Ordnung gewesen wäre“, meinte Sonntag nüchtern rückblickend.
Nur ganze sechs Tage später präsentierte sich die SVE- Sieben völlig anders. Die Schlagzeile „Über das Miteinander zum Erfolg“ hätte es besser gar nicht beschreiben können, was die Gastgeber beim jederzeit verdienten 28:26- Erfolg gegen den ewigen Rivalen SV Langenweddingen abriefen. Beispielhaft an diesem Abend die Leistung von Max Held, der nicht nur wegen seiner fünf Tore endlich aus seinem Schatten heraustrat. Dieses Extralob war übrigens nur eines der wenigen aus der Hinrunde. Einzig Youngster Christian Kinast, der zuletzt mit einer Fußprellung ebenfalls fehlte, soll hier genannt werden. „Er ist ein Beispiel dafür, das kontinuierliches Training zu Fortschritten führt“, erläutert der Chefcoach Sonntag und bemängelt aber im gleichen Atemzug auch die oft zu übersichtliche Trainingsbeteiligung.
Rein sportlich ging es mit zwei Heimspielen weiter, welche in unterschiedlicher Art und Weise verloren gingen. Während der Grund für die 22:24- Niederlage gegen den aktuellen Tabellenführer TSG Calbe in erster Linie am Faktor Kraft festzumachen war, fiel man nur eine Woche später beim 22:32 gegen den spielstarken Dessau/Rosslauer HV 06 II in alte Muster zurück. „Wir haben viel zu ängstlich und zurückhaltend agiert“, war der allseits gehörte Tenor nach der Begegnung. Die sich anschließende Auswärtsfahrt zum ambitionierten Liganeuling GW Wittenberg/Piesteritz trat dann wieder eine „Not- Sieben“ an. Trotz der 18:21- Niederlage war man sich im Biederitzer Lager einig, da man sich fraglos achtbar aus der Affäre gezogen hatte. „Eine Niederlage, die trotzdem hoffen lässt“, war ein viel gehörter Satz nach dem Auftritt in der Lutherstadt, welcher sich nur eine Woche später im Duell der Sorgenkinder bewahrheiten sollte. Das 29:23 beim sieglosen Tabellenschlusslicht Lok Schönebeck war für die Biederitzer ein weiterer wichtiger Befreiungsschlag. „Wir haben den Grundstein in der Deckung gelegt“, meinte ein erleichterter Biederitzer Trainer Enrico Sonntag nach dem Schlusspfiff. Diese stabile Abwehr hielt passenderweise unter anderem auch der 48Jährige Yves Steinweg aus der 3. Mannschaft zusammen… Verlassen konnte sich Sonntag auch jederzeit auf seinen Toptorschützen Christoph Frank, der mit 123 Treffern aktuell auf Rang 1 der Torjäger platziert ist.
Zum Abschluss der Hinrunde mussten sich die Biederitzer schließlich auch aufgrund einer schlechten Chancenverwertung mit 21:25 dem TuS Radis geschlagen geben. Der enorm wichtige Rückrundenauftakt gegen den HSV Magdeburg ging dann allerdings an die Biederitzer. Das 30:28, es war der fünfte Saisonerfolg, bedeutete einen weiteren Befreiungsschlag, von denen der ein oder andere allerdings in der Rückrunde noch folgen müsse. „Acht bis zehn Zähler werden schon noch nötig sein, um den angestrebten Ligaerhalt zu sichern“, weiß Sonntag, der aktuell mit seinen Schützlingen an der Athletik arbeitet und in Kürze auch wieder den begehrten Ball in die Hand nimmt. Ein Testspiel vor dem nächsten Pflichtspiel am 27. Januar nach der WM- Pause beim Dessau/Rosslauer HV 06 II ist ebenfalls in Planung.
SV Eiche 05 Biederitz Saison 2018/2019: Andi Wichmann (13 Spiele/0 Tore/0 Siebenmeter), Philipp Wolke (13/0/0) – Marvin Möritz (9/19/0), Christian Kinast (12/21/0), Max Held (13/36/2), Sven Bramer (5/6/1), Sören Große (12/47/2), Andre Freistedt (9/10/0), Nilas Praest (3/20/0), Christoph Frank (12/123/36), Marcus Tysack (6/19/0), Enrico Sonntag (2/4/0), Alexander Enke (9/1/0), Janis Roth (1/4/0), Karsten Wolff (3/0/0), Daniel Bahr (2/0/0), Yves Steinweg (5/1/0), Carlos Swoboda (2/7/0), Sebastian Rabe (7/4/0), Steve Klack (6/9/0), Stephan Holzgräbe (4/1/0)

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