Rückblick 1.Männer: Dank Corona weiter in der Verbandsliga

So ehrlich waren sie in Biederitz dann am Ende alle. Ohne den Corona- Virus hätte es in der neuen Saison wohl keinen Verbandsligahandball gegeben. Mit Rang 14 und lediglich 7:33 Punkten rangierten die Biederitzer auf einem der zwei Abstiegsränge und waren immerhin ganze fünf Zähler vom rettenden Ufer entfernt.

„Eine Verbesserung vom Tabellenende weg wäre schon noch machbar gewesen, hätte aber wohl am Abstieg nichts mehr geändert. Wir wussten vorab, dass es eine Herkulesaufgabe werden würde und das hat sich dann auch bewahrheitet“, meinte der Biederitzer Vorstandsvorsitzende Michael Thielicke vor einigen Tagen, als er dem Kader der Mannschaft zudem die Umstände des Trainerwechsels von Rene Schaarschmidt zu Peter Pysall kundtat. Das dennoch mit dem vorhandenen Spielermaterial der ein oder andere Zähler mehr drin gewesen wäre, ist nicht von der Hand zu weisen. Schlussendlich ist sportlich wohl genau das eingetreten, mit dem viele Außenstehende und auch Beteiligte gerechnet haben. So gewährt der Corona- Virus verbunden mit dem vorzeitigen Saisonabbruch der Handballern an der Ehle eine zweite Chance in der Verbandsliga, welche mit neuem Cheftrainer und auch einigen neuen Gesichtern auf dem Spielfeld angegangen werden soll.   Ein wirklich derber Wirkungstreffer war in der zurückliegenden Spielzeit das letzte Spiel der Hinrunde, wo sich die Biederitzer in eigener Halle der aufstrebenden Reserve des SV Oebisfelde nach katastrophaler Vorstellung mit 29:35 geschlagen geben mussten. „Da war uns klar, dass in der Rückrunde schon alles passen muss, um das angestrebte Ziel Klassenerhalt zu realisieren“, meinte Trainer Rene Schaarschmidt damals ernüchternd. „Wir müssen versuchen, die offensichtlichen Qualitätsnachteile mit großem Trainingsaufwand auszugleichen.“ Zuvor gab es in der Hinrunde aber auch das ein oder andere positive Anzeichen, auch wenn der Start beim späteren Meister HSV Haldensleben nicht ganz unerwartet mit 19:31 in die Hose ging. Das knüppelharte Auftaktprogramm sollte sich in den nächsten Wochen fortsetzen, auch wenn im ersten Heimspiel gegen den ebenfalls grunderneuerten SV Langenweddingen bei der 23:25- Niederlage mehr drin war. Völlig chancenlos präsentierte sich die Truppe stark ersatzgeschwächt dann bei der SG Seehausen, wo eine derbe 23:37- Niederlage bezogen wurde. Überhaupt wiederholte sich ein ausgedünnter Kader bei den anstehenden Auswärtshürden, so dass das Trainergespann Schaarschmidt/Heitmann (zu) oft mit einer Verlegenheitstruppe antreten musste. Als ebenfalls eine Nummer zu groß entpuppte sich dann im Heimspiel der Gast aus Osterburg, der mit einem nie gefährdeten 30:22 beide Zähler aus der Ehlehalle entführen konnte. Auch die Reise nach Stendal hatte bei der 26:36- Niederlage ähnliche Vorzeichen wie in Seehausen Wochen zuvor. Zudem konnte eine Woche später der erhoffte Befreiungsschlag im HVSA- Pokal nicht erzielt werden, gab es doch bei der Reserve des SV Langenweddingen (Bezirksliga West) eine durchaus vermeidbare 24:28- Niederlage. Die ersten Lichtblicke verbuchten die SVE- Handballer dann im anschließenden Heimspiel gegen die ersatzgeschwächten Gäste der HSG Altmark/West. Nach einer nahezu tadellosen ersten Halbzeit (20:10) wurden schließlich mit 35:30 die ersten Pluspunkte eingefahren. Damit war die rote Laterne zwar zunächst aus Biederitz verschwunden, doch der nächste Tiefschlag sollte schon beim Post SV Magdeburg folgen. War die (zu) hohe 20:32- Niederlage noch einigermaßen verkraftbar, so wirkte doch die schwere Verletzung von Sven Bramer, es war bereits der zweite schwerwiegende Ausfall nach Julian Hammecke zum Saisonauftakt, noch lange nach. Sehr lange im Gedächtnis bleiben werden den Biederitzern die Derbys gegen die Gommeraner Eintracht. Im Hinspiel legten die Biederitzer einen kapitalen 3:12- Fehlstart hin, der ihnen schlussendlich nach der äußerst knappen 20:21- Niederlage Zählbares kostete, andererseite aber vor großer Kulisse viel Sympathien einbrachte, weil der Kampf in selten gesehener Form stimmte und nach Spielschluss mit viel Beifall bedacht wurde. Wie wichtig ein kompletter Kader sein kann, sollte das anstehende Auswärtsspiel beim LSV 90 Klein Oschersleben eindrucksvoll zeigen. „Stehen uns hier ein oder gar zwei Rückraumspieler mehr zur Verfügung, gewinnen wir hier“, meinten nicht Wenige im schmalen Biederitzer Kader nach der völlig unnötigen 20:26- Niederlage. Fraglos einen Zähler förmlich weggeworfen hatte der SVE dann im Heimspiel gegen den Güsener HC. Nach eigener 29:27- Führung ergaben sich weitere Möglichkeiten, doch ins Tor trafen lediglich die Gäste noch zweimal zum überaus glücklichen 29:29- Endstand. Die fraglos beste Saisonleistung riefen die Biederitzer im Heimspiel gegen den Liganeuling aus Irxleben ab, wo die aggressive Deckungsarbeit der Garant für den verdienten 24:21- Erfolg war. Erneut mit dem letzten Aufgebot ging es dann zu den heimstarken Wackeren nach Westeregeln, wo unter den gegebenen Umständen die 25:33- Niederlage nicht wirklich überraschend kam. Zum Jahresausklang gab es schließlich den eingangs erwähnten Heimauftritt gegen den SV Oebisfelde II…  „Nur wenn bei uns ein Umdenken stattfindet, ist unser Saisonziel überhaupt noch zu erreichen“, gab Coach Schaarschmidt, der um seine Aufgabe mit überwiegenden Anteil an Spielern mit lediglich Nordligaerfahrung nicht zu beneiden war, seinen Schützlingen mit auf den Weg ins Handball- Jahr 2020. Dieses hatte naturgemäß wieder die schweren Brocken zum Auftakt auf dem Programm. Im „Heimspiel“ in Gerwisch gegen den HSV aus Haldensleben verkauften sich die Biederitzer trotz der 20:26- Niederlage überaus achtbar. Mehr drin war dann ohne Frage beim Gastspiel in Langenweddingen, wo allerdings eine schwache erste Hälfte schnell zur Last wurde. Nach einem 9:14- Pausenrückstand kämpften sich die Gäste mit großer Moral auf 20:21 heran, ehe eigene einfache Fehler und auch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen das Spiel nicht kippen ließen. „Scheinbar fehlt einem als Tabellenschlusslicht auch ein wenig die Lobby“, meinte Routinier Andre Freistadt später, ohne dabei allerdings die eigenen Defizite beiseite schieben zu wollen. Ein Lebenszeichen sendeten die Ehlehandballer dann im Heimspiel gegen im Abwärtstrend befindlichen Stendaler. „Das tat richtig gut und war enorm wichtig für uns“, meinte stellvertretend Rechtsaußen Stephan Holzgräbe nach dem verdienten 30:23- Erfolg. Unter keinen guten Vorzeichen stand dann das Gastspiel bei der HSG Altmark/West. Da sich früh viele Ausfälle abzeichneten, baten die Biederitzer die Altmärker um eine Verlegung, die diese aber leider ablehnten. So nahm eine regelrechte „Not- Sieben“ die Aufgabe in der Miester Sporthalle auf sich und verkaufte sich trotz der 24:27- Niederlage nicht einmal so schlecht. Nein – Zählbares gab es wieder nicht, aber der Zusammenhalt und die Moral sollten Hoffnung für die verbleibenen schweren Aufgaben machen. Dass diese gleich mit dem nächsten Heimauftritt wieder je begraben wurde, war dann in dieser Form nicht zu erwarten. Gegen den Post SV aus Magdeburg boten die Biederitzer eine über weite Strecken blutleere Vorstellung, die in einer ernüchternden 18:26- Niederlage mündete. „Es fehlte uns eindeutig der Esprit im Angriff“, bekannte Trainer Schaarschmidt im Nachgang. Gemeint hatte er aber damit definitv nicht den A- Jugendlichen Felix Eix, der mit fünf Toren aufwartete und ebenso wie Lukas Hartmann einen gelungenen Einstand im Erwachsenenbereich feiern konnte. Schlussendlich kam es in Gommern zum Rückspiel zwischen der Eintracht und dem SV Eiche 05. Es war in vielerlei Hinsicht ein sehr denkwürdiges Derby. Zunächst einmal überraschten die Gäste mit einem engagierten Auftritt und hatten Mitte des zweiten Abschnittes eine Dreitoreführung inne. Einfache Fehler spielten dann dem Gastgeber, so dass dieser schließlich einen überaus glücklichen 31:30- Derbysieg bejubeln konnten. „Wir hatten mindestens einen Zähler verdient gehabt, aber nahezu jede 50:50- Entscheidung ist in Hälfte zwei gegen uns gefallen“, bekannte SVE- Trainer Rene Schaarschmidt bei der Analyse später zurecht. Diese Partie des 21. Spieltages bleibt aber auch deshalb in den Köpfen, weil es für beide Mannschaften schließlich der letzte Punktekampf der denkwürdigen Saison 2019/2020 war. Am 20. April wurde die Spielzeit schließlich vom Handballverband offiziell mit dem Vermerk „Es gibt keine Absteiger“ abgebrochen. Wann auch immer der Alltag in den Handballsport Einzug hält – der SV Eiche 05 hat auf recht denkwürdige Art und Weise eine zweite Chance in der Verbandsliga bekommen, die es hoffentlich in absehbarer Zeit zu Nutzen gilt.  

Kader Saison 2019/2020: Andy Gronemeier (16 Spiele/0 Tore/0 Siebenmeter), Michael Tschirschwitz (15/0/0), Michel Meyer (14/0/0) – Julian Hammecke (1/0/0), Jannis Fehse (15/16/0), Stefan Köster (13/6/0), Sven Bramer (10/15/0), Martin Walde (15/35/0), Christian Kinast (16/57/0), Florian Wentzel (17/110/44), Daniel Bahr (13/22/4), Steve Klack (14/39/2), Andre Freistedt (18/19/0), Yves Steinweg (7/3/0), Stephan Holzgräbe (15/44/0), Kai Ritter (4/2/0), Ingo Heitmann (1/0/0), Sören Große (8/64/23), Sebastian Rabe (13/13/0), Steffen Gericke (7/3/2), Michael Thielicke (2/5/0), Dirk Hesse (1/1/0), Felix Eix (1/5/0), Lukas Hartmann (5/1/1), Till Schneider (1/0/0), Carlos Swoboda (1/3/0)

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