Saisonrückblick 1.Männer Spielzeit 2018/2019

Die Sachsen- Anhaltliga- Handballer des SV Eiche 05 Biederitz haben eine zähe und nervenaufreibene Spielzeit 2018/2019 mit 20:32 Punkten auf Platz 10 abgeschlossen. Der vom Start weg vorherrschende dünne Kader war eine ständige Baustelle, die dem scheidenen Trainer Enrico Sonntag nicht nur einmal mächtig Bauchschmerzen bereitete.

So hatte dann auch der Saisonstart regelrecht Symbolcharakter, als das Spiel der 1. Runde des HVSA- Pokals beim ewigen Rivalen in Gommern recht kurzfristig aufgrund von Personalmangel abgesagt werden musste. Um so überraschender dann nur eine Woche später der überaus positive Start in die Punkterunde beim HSV Magdeburg, wo mit viel Tempo und einem starkem Schlussmann Philipp Wolke ein eminent wichtiger 33:29- Auswärtserfolg eingefahren werden konnte. Weniger gut verlief dann das folgende Gastspiel bei der SG Kühnau, wo den Gästen bei der 19:27- Niederlage regelrecht die Puste ausging, was sich in der Folge desöfteren wiederholen sollte. Der Heimauftakt gegen den neuformierten BSV 93 aus Magdeburg konnte mit einem 35:29 positiv gestaltet werden, wobei Haupttorschütze Christoph Frank allein zwölf Treffer beisteuern konnte. Der Aspekt Kader stellte die Biederitzer Verantwortlichen dann zwei Wochen später erneut vor eine harte Entscheidung, musste doch das Gastspiel beim HV RW Stassfurt kampflos abgeschenkt werden. Neben den Punkten und einigen Euros ging auch das Heimrecht in der Rückrunde verloren.
In der Folge ging es auch sportlich bergab. Die beiden Heimspiele im Oktober gegen den USV Halle II (30:32) und gegen die HSG Osterburg (28:32) wurden mehr oder weniger kläglich abgegeben und auch das Gastspiel beim damaligen Tabellenführer in Spergau ging mit abermals letztem Aufgebot hoch mit 17:33 verloren. Im anstehenden Duell zweier zu diesem Zeitpunkt krisengeschüttelter Teams setzten die SVE- Mannen im Heimspiel gegen den Dauerbrenner aus Langenweddingen ein kaum für möglich gehaltenes Ausrufezeichen. Über 100 Zuschauer sahen am ersten Freitag des Novembers eine Biederitzer Mannschaft, die sich über das Miteinander aus dem Sumpf zog und mit einem 28:26 zwei ganz wichtige Zähler in der Ehlehalle behielt. „Zunächst einmal Danke an die Spieler der zweiten und dritten Mannschaft, die uns geholfen haben“, meinte der SVE- Coach Enrico Sonntag neben dem Extralob für den fünffachen Torschützen Max Held. Diese Aussage in Bezug zu den „Aushilfen“ sollte sich im Laufe der nächsten Wochen oftmals wiederholen…
Die beiden nächsten Heimspiele gingen dann verloren, verliefen aber gänzlich anders. Obwohl die TSG Calbe beim 24:22 beide Zähler aus Biederitz entführte, sah man in der Ehlegemeinde die Truppe um Schlussmann Andi Wichmann durchaus auf dem richtigen Weg. „Am Ende war es wieder eine Kraftfrage“, war dann auch das wohl meist vernommene Zitat nicht nur an diesem Abend ein Volltreffer. Nur eine Woche später waren die Biederitzer dann beim Heimauftritt gegen die Reserve des Dessau/Rosslauer HV 06 kaum wiederzuerkennen. Ein überaus ängstlicher Auftritt verbunden mit einer hohen 22:32- Niederlage hinterließ nicht nur beim schon fast traditionell sehr zurückhaltenden und ohnehin überschaubaren Publikum reichlich Fragezeichen. Relativ ordentlich zogen sich die Biederitzer dann beim ambitionierten Liganeuling GW Wittenerbg/Piesteritz aus der Affäre. Das 18:21 mit abermals schmalem Aufgebot machte dennoch Hoffnung auf das anstehende wichtige „Vierpunktespiel“ beim Tabellenschlusslicht in Schönebeck. Vorab war allen Beteiligten klar, dass eine weitere Niederlage an der Elbe die Biederitzer für Wochen oder gar Monate in den harten Abstiegskampf ziehen würde. Um so erleichterter präsentierte sich der Biederitzer Trainer Enrico Sonntag dann nach dem nie gefährdeten 29:23- Erfolg, der praktisch schon zur Halbzeit beim Stand von 16:8 in Sack und Tüten war: „Der Sieg verschafft uns natürlich ein wenig Luft und vielleicht auch wieder das nötige Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben.“
Diese hatten jahresübergreifend drei Heimspiele auf dem Programm, wobei zunächst gegen den TuS Radis mit 21:25 verloren wurde. „Wir haben uns aufgrund der schlechten Chancenverwertung selbst um den Lohn gebracht“, war anschließend der O- Ton in der Kabine. Den Rückrundenauftakt, der noch im alten Jahr vollzogen wurde, gestalteten die Biederitzer dann aber positiv. Gegen den HSV Magdeburg gab es auch im Rückspiel ein Doppelpunktgewinn (30:28), womit an der Ehle mit Blick auf die Tabelle die besinnlichen Tage auch als solche angegangen werden konnten.
Das Handballjahr 2019 begann dann für die Biederitzer aufgrund der Handball- WM erst Anfang Februar. 130 Zuschauer sahen schlussendlich gegen die SG Kühnau einen souveränen 28:23- Erfolg, so dass nicht nur bei Coach Enrico Sonntag das Mittelfeld der Liga mehr und mehr in den Fokus rückte. Diese positive Sichtweise wurde in den nächsten beiden Spielen aber zunächst stark vernebelt. Zunächst gab es beim stark verbesserten BSV 93 Magdeburg eine deftige 24:32- Niederlage, ehe auch das abgegebene „Heimspiel“ beim HV RW Stassfurt mit 25:35 verloren wurde. Während sich ein zwanzigminütiger Totalausfall in der Landeshauptstadt für die Niederlage verantwortlich zeigte, ging das Resultat beim Favoriten in Stassfurt schon ein Stück weit in Ordnung, wobei die Vielzahl von einfachen Fehlern schon wurmte.
Im Monat März stand bei den SVE- Mannen dann die Agenda Wiedergutmachung auf dem Programm, standen doch die Rückspiele in Halle und in Osterburg an. Und dieses Vorhaben gelang in beiden Fällen sogar recht eindrucksvoll, konnte doch sowohl an der Saale (25:24) als auch bei der heimstarken HSG (30:23) der Spieß gegenüber der Hinrunde umgedreht werden. Zwischen diese beiden gewichtigen Begegnungen mischte sich noch der Heimauftritt gegen den Favoriten SG Spergau. Nach einem bescheidenen Auftritt in Hälfte eins (11:16) legte der SVE eine bemerkenswerte Aufholjagd zum 24:25-Anschluss hin, ehe schlussendlich doch mit 25:28 der Kürzere gezogen wurde. Im richtungsweisenden Monat März wurde zudem bekannt, dass neben dem Trainer Enrico Sonntag auch zahlreiche Spieler den Verein nach der Saison in Richtung Verbandsligist HSV Haldensleben verlassen werden. Außerdem konnte das verlegte Gastspiel der Biederitzer beim Dessau/Rosslauer HV 06 II nicht wahrgenommen werden, da keine spielfähige Mannschaft gestellt werden konnte. Damit war die dritte Wertung am grünen Tisch verbunden mit Punktverlust und Geldstrafe in der laufenden Serie perfekt.
Fortan war bei nahezu allen Beteiligten festzustellen, dass an allen Ecken und Kanten des Vereins das Saisonende herbeigesehnt wurde. In den verbleibenen fünf Pflichtspielen legten allerdings die Schützlinge um Coach Enrico Sonntag bemerkenswerterweise keinesfalls die Beine hoch. Zunächst tüteten die Große & Co mit einem überzeugenden 28:26 in Langenweddingen den Klassenerhalt ein und gaben schließlich auch beim späteren Meister TSG Calbe trotz der 30:34- Niederlage eine gute Figur ab. Etwas unglücklich gestaltete sich der Spielverlauf in der Heimpartie gegen GW Wittenberg/Piesteritz, die mit 30:33 verloren wurde. „Hier war schon deutlich mehr drin…“, war danach allerorten zu vernehmen. Das abschließende Heimspiel gegen das Schlusslicht Lok Schönebeck war dann trotz des 34:31 längst keine Heldentat, obwohl sich Max Held mit allein zehn Treffern ein Extralob verdiente. Zum Abschluss ging es dann zum späteren Pokalsieger TuS Radis, wo trotz ordentlicher Vorstellung eine 27:31- Niederlage folgte.
„Wir hatten vom Start weg mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Rein sportlich haben wir unser Ziel Ligaerhalt relativ früh erreicht, aber das uns das nicht immer mit Glanz und Gloria gelungen ist, ist uns auch klar. Ich danke dem SV Eiche 05 für die letzten Jahre und wünsche dem Verein auf allen Ebenen alles erdenklich Gute“, zog der scheidene Trainer Enrico Sonntag ein sehr ehrliches Fazit einer insgesamt sehr anstrengenden Spielzeit.

SV Eiche 05 Biederitz Saison 2018/2019: Philipp Wolke (24 Spiele/0 Tore/0 Siebenmeter), Andi Wichmann (23/0/0), Michel Meyer (1/0/0) – Marvin Möritz (18/37/0), Christian Kinast (23/34/0), Max Held (24/80/11), Sven Bramer (5/6/1), Sören Große (23/92/2), Andre Freistedt (19/16/0), Nilas Praest (5/34/0), Christoph Frank (23/222/61), Marcus Tysack (15/64/1), Enrico Sonntag (2/4/0), Jannis Roth (1/4/0), Karsten Wolff (3/0/0), Daniel Bahr (3/0/0), Yves Steinweg (5/1/0), Carlos Swoboda (4/16/0), Sebastian Rabe (14/6/0), Steve Klack (13/16/0), Stephan Holzgräbe (10/5/0)

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