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Zusammenfassung

Unnötige Punkteteilung im Derby

Im Verbandsligaduell zwischen dem SV Eiche 05 Biederitz und dem Güsener HC teilten sich beide Mannschaften vor etwa 100 Zuschauern beim 29:29 (16:16) die Punkte. Während auf Seiten der Gastgeber Sören Große achtmal traf, war auf Seiten der Güsener Dominic Schulz gleich neunmal erfolgreich.

Für wen es am Ende ein gewonnener bzw. verlorener Zähler war, beschrieb unmittelbar nach dem Schlusspfiff schon die Stimmungslage in den jeweiligen Kabinen. Während die Güsener mit lauter Musik ihren ersten Auswärtszähler in der Fremde feierten, war bei den Biederitzer nahezu Totenstille angesagt. Zu eindeutig konnte man schnell die Frage nach dem eigentlichen „Sieger“ des Derbys beantworten. „Wir hatten alles in unserer Hand und bringen es trotzdem nicht fertig, beide Zähler hierzubehalten“, zeigte sich der Biederitzer Trainer Rene Schaarschmidt nach dem Schlusspfiff sichtlich bedient. Dabei dürfte ihm vor allem die restlichen 16 Sekunden der Partie im Kopf herumschwirren, in denen die Gastgeber nach eigener Auszeit eigentlich nur noch den Ball in den eigenen Reihen behaupten mussten. Da dies aber nicht gelang, konnte Steffen Bretschneider mit seinem sechsten Treffer den eher glücklichen 29:29- Endstand erzielen.
Beide Mannschaften begegneten sich über die gesamte Spielzeit hinweg auf Augenhöhe, auch wenn die Gemengelage sich recht häufig verschob. Die Gastgeber legten gut los und hatten nach zehn Minuten bei einer sehr guten Chancenverwertung eine 9:6- Führung herausgeworfen. Da sich in der Folgezeit auch die Deckung inklusive Torhüter Andy Gronemeier steigern konnte, betrug das Torepolster nach 18 Minuten sogar fünf Treffer (14:9). Die Schlussphase der ersten Halbzeit ging dann aber eindeutig an die Gäste, die geduldig und abgeklärt agierten und jeden Fehler der Biederitzer dankend annahmen. So glichen Dominic Schulz, Philip Ladwig, Rico Gerlach, Pascal Fritz und Steffen Bretschneider nach 24 Minuten zum 14:14 aus, ehe ihnen in der Folge in Überzahl agierend sogar die eigene Führung zum 15:14 bzw. 16:15 gelang. Die Biederitzer nutzten in dieser Phase ihre Chancen nicht und warteten mit einigen Stockfehlern auf. Dem 16:16 durch Florian Wentzel folgte zudem noch die rote Karte für den bis dahin sehr treffsicheren Biederitzer Linksaußen Christian Kinast.
Auch nach dem Seitenwechsel hatte zunächst der Gast aus Güsen das Monentum auf seiner Seite und führte nach 37 Minuten mit 20:17. Doch die Gastgeber glichen nicht nur zum 20:20 (40.) aus, sondern drehten den Spieß gänzlich um. Nach dem 21:21 trafen Florian Wentzel und Sören Große (2) zum 24:21 (46.), ehe Michael Thielicke (zum 26:23) und wiederum Wentzel (zum 27:24) den Dreitorevorsprung bestätigen konnten. Dennoch war die rote Karte für Sören Große nach seiner dritten (unberechtigten) Zeitstrafe in dieser Phase schon ein Wermutstropfen für die Gastgeber. Danach waren wieder die Gäste am Zug, die trotz eines vergebenen Strafwurfes zum 27:26 (56.) aufschließen konnten. Nach dem 28:26 durch Dirk Hesse traf Bretschneider zum 28:27, kassierte aber auch eine Zeitstrafe. Dies nutzte Wentzel per Siebenmeter zum 29:27, ehe ein weiterer Strafwurf und zwei hundertprozentige Chancen auf Seiten der Biederitzer ungenutzt blieben. So konnte zunächst Pascal Fritz zum 29:28 verkürzen, ehe die beschriebenen letzten 16 Sekunden anbrachen…
„Es war ein sehr ansehnliches Derby, welches trotz der vielen Zeitstrafen sehr fair war. Natürlich haben uns die roten Karten der Biederitzer geholfen, wobei der Punkt für uns nicht unverdient ist“, meinte der zufriedene Güsener Verantwortliche Kevin Haßbargen nach der Begegnung. Naturgemäß deutlich anders sah dies auf der Gegenseite aus: „Dann müssen eben jetzt die zwei Zähler gegen Irxleben her“, war der O- Ton im Biederitzer Lager. Zeit zum Wundenlecken ist jetzt erstmal reichlich vorhanden, denn dieses nächste Heimspiel folgt erst am 1. Dezember nach einer zweiwöchigen Punktspielpause.

Biederitz: Gronemeier, Tschirschwitz – Gericke, Hesse (1), Fehse, Köster, Thielicke (1), Walde (3), Kinast (4), Wentzel (7/4), Klack (3), Freistedt (1), Rabe (1), Große (8/4)

Güsen: C. Bretschneider – Haßbargen, Fritz (5), Schulz (9/3), Beck, Gerlach (1), Schönfeld, Hoffmann, Ladwig (6), Neumeister (2), S. Bretschneider (6)

Zeitstrafen: Eiche 6 (rote Karte Christian Kinast 29:55 und Sören Große 47:16 nach 3 x 2 Minuten), Güsen 6

Siebenmeter: Eiche 10/8, Güsen 5/3

SVE – GHC: Ein richtungsweisendes Derby

Erneut Derbyzeit beim SV Eiche 05 Biederitz. Der Rangdreizehnte (2:16 Punkte) empfängt am Sonnabend um 17 Uhr in heimischer Ehlehalle den Güsener HC (9., 6:10). Können die Biederitzer den zweiten Saisonerfolg einfahren und damit die Güsener, die ihren Verjüngungsprozeß in lobenswerter Form durchziehen, wieder in die Abstiegszone ziehen?

Das anstehende Programm der Biederitzer mit den zwei Heimspielen gegen den Güsener HC und dann am 1. Dezember gegen den SV Irxleben wollen die Gastgeber zwingend nutzen, um in der Tabelle an Boden zu gewinnen. Überhaupt waren es zuletzt die Heimspiele, die an der Ehle wieder für ein wenig Hoffnung sorgen konnten. So folgte dem bisher einzigen Saisonerfolg gegen die HSG Altmark/West (35:30) zumindest eine kämpferisch höchst lobenswerte Vorstellung gegen die Gommeraner Eintracht, auch wenn Zählbares schlussendlich auch aufgrund einer völlig verschlafenenen Anfangsphase (3:12) nicht verbucht werden konnte. Stets auf verlorenem Posten waren die Biederitzer dagegen durchweg in fremden Gefilden. Als besonders schmerzlich entpuppte sich dabei die zuletzt erlittene bittere 20:26- Niederlage beim LSV 90 Klein Oschersleben, der fraglos selbst nur das Ziel Klassenerhalt aufgrund seiner bescheidenen handballerischen Mittel haben kann. „Dort haben wir wenig bis gar keine Verbandsligatauglichkeit nachweisen können. So haben wir gegen Güsen keine Chance, denn das ist ein ganz anderes Kaliber“, blickt der Biederitzer Trainer Rene Schaarschmidt, der sich in der Trainingswoche schon eine deutlich höhere Beteiligung gewünscht hätte, sehr kritisch zurück.
Der Kontrahent aus Güsen, dessen Saisonziel vorab auch der Ligaerhalt war, hat immerhin bereits sechs Zähler auf der Habenseite. Auffällig dabei, dass diese drei Erfolge durchweg in heimischer Halle eingefahren werden konnten. Zuletzt gab es auch aufgrund einer starken Vorstellung von Schlussmann Christopher Bretschneider einen knappen 24:23- Erfolg gegen die ebenfalls runderneuerte Vertretung des SV Langenweddingen, obwohl die Fehlerquote enorm hoch war. Was das letzte Spiel in der Fremde angeht, so können sich die Güsener mit den Biederitzern die Hand reichen, denn auch der GHC gab in Oschersleben beim 25:27 beide (wichtigen) Zähler ab. Richtungsweisend ist die Partie des zehnten Spieltages in jedem Fall. Durchbricht der GHC seinen Auswärtsfluch und entführt Zählbares aus der Ehlehalle, so ist das gesicherte Mittelfeld zum Greifen nah. Andererseits könnten die Biederitzer mit einem Heimsieg wieder Kontakt zum rettenden Ufer herstellen. Spannung pur ist also angesagt ab 17 Uhr in der Ehlehalle von Biederitz.

Austragungsort

Ehlesporthalle Biederitz
Schillerstraße 2, 39175 Biederitz, Deutschland

Ergebnisse

Mannschaft1. Halbzeit2. HalbzeitTore gesamtSpielausgang
SV Eiche 05161329Unentschieden
Güsener HC161329Unentschieden