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Zusammenfassung

„Faktoren, die wir nicht beeinflussen konnten…“

Die Verbandsligahandballer des SV Eiche 05 Biederitz mussten sich am Freitagabend dem SV Langenweddingen mit 26:30 geschlagen geben. Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte (9:14) kämpften die Gäste wiederum lobenswert, wurde allerdings aus vielerlei Gründen nicht belohnt.

Die Stimmung in der Biederitzer Kabine nach Spielende war aufgeheizt. Ja, erneut gab es in der Fremde nichts zu holen, doch was die kämpferische Einstellung nach einer eher enttäuschenden ersten Halbzeit angetraf, konnte den Gästen erneut nichts vorgeworfen werden. Vielmehr entlud sich die Enttäuschung in Richtung der Unpaarteiischen Heck/Köhler aus Oschersleben, die in erster Linie gegenüber den Biederitzern, aber auch insgesamt eine der Verbandsliga entsprechend kaum annehmbare Leistung anboten. Vor allem, als die Biederitzer dem schwächelnden Kontrahenten mehr und mehr auf die Pelle rückten, kam die jeweilige Entscheidung zu Ungunsten der Gäste seltsam daher. „Wir hätten hier heute noch ewig spielen können, uns wäre kein Punktgewinn gelungen. Scheinbar fehlt einem als Tabellenschlusslicht auch ein wenig die Lobby…“, meinte der Biederitzer Routinier Andre Freistedt nach dem Schlusspfiff. Ähnlich äußerte sich der Biederitzer Trainer Rene Schaarschmidt: „Es gab Faktoren in diesem Spiel, welche wir nicht beeinflussen konnten. Es gab zu viele Entscheidungen, mit denen ich einfach nicht mitgehen kann und nur wenig Verständnis habe“, drückte sich der SVE- Verantwortliche auch einen Tag später noch eher vorsichtig aus.
Verschwiegen darf aber auch an dieser Stelle nicht, dass die Gäste vor der übersichtlichen Kulisse von nur 30 Zuschauern, unter ihnen der ehemalige Biederitzer Trainer Ernst Gerlach, im ersten Spielabschnitt in alte Schnittmuster zurückfielen. Da nämlich fehlte es an Körperspannung, Angriffstiefe und der unbedingte Wille und vielleicht auch Glaube, etwas Zählbares aus der Börde zu entführen. So führte der SVL nach einer Viertelstunde nicht unverdient mit 8:5, ehe die Gastgeber nach dem 11:8 (24. MInute) mit drei Toren in Serie auf 14:8 (28.) davonziehen konnten. Nach einem vergebenen Strafwurf der Gastgeber gelang Rechtsaußen Martin Walde dann noch die Ergebniskosmetik zum 14:9- Pausenstand.
Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeber zum 16:11 (34.) nach, ehe Florian Wentzel und Christian Kinast ihre Farben zum 16:13 heranführen konnten. In der Folge behielt der SVL beim Stand von 18:14 (41.) und 19:16 (44.) eine leichte Führung, doch die Biederitzer waren längst in Schlagdistanz. In Zahlen kam dies dann auch ab dem 21:20- Anschlusstreffer nach 50 Minuten durch Walde zum Tragen, in deren Folge die Gäste bis zum 24:23 stets Tuchfühlung zum Gegner hatten. In dieser Phase bestand ein ums andere Mal die Möglichkeit, dem Spiel eine Wende zu verleihen. Neben den oben genannten Gründen waren aber auch eigene einfache Fehler der Grund für das Nichtgelingen der durchaus möglichen Wende.
So nutzten die Gastgeber diese hektische Phase und kamen durch Clemens Schmelzer (2) und Thomas Oertel zur vorentscheidenen 27:23- Führung nach 55 Minuten. Fortan war die Moral der nie aufsteckenden Gäste gebrochen, so dass der SVL schließlich diesen herausgeworfenen Viertorevorsprung über die Ziellinie retten konnte.
„Was man mit Dynamik und Engagement erreichen kann, haben wir heute trotz der Niederlage gesehen. Kopf hoch, es geht weiter…“, fand SVE- Coach Rene Schaarschmidt die richtigen Worte für seine niedergeschlagenen Schützlinge.

SVL: Strauß, Feller – Bethge (1), Lewin (8/4), Ebel, Kirsten (6), Oeltze (1), Michael, Wohlfromm (4), Meyer, Oertel (3), Marek, Lindert (5), Schmelzer (2)

Biederitz: Meyer, Gronemeier – Holzgräbe (1), Gericke, Köster (1), Walde (4), Kinast (2), Wentzel (5), Klack (3), Freistedt (1), Rabe (1), Große (8/3)

Freitagabend beim SVL

Wieder geht es an einem Freitagabend gegen den ewigen Rivalen SV Langenweddingen. Um 20 Uhr gastiert das Schlusslicht der Verbandsliga (5:23 Punkte) beim Rangachten in der Börde, der aktuell eine ausgeglichene Bilanz von 14:14 Zählern aufzuweisen hat.

Die Biederitzer waren damals so nah dran, führten zur Halbzeit noch mit 13:10 und hatten beim Zwischenstand von 23:23 per Konter die große Möglichkeit, zumindest für einen Teilerfolg den nötigen Grundstein zu legen. „Wir haben uns damals für eine starke Vorstellung leider nicht belohnen können. Am Ende waren es die vielen leichten Fehler, die uns den vermeindlichen Erfolg gekostet haben“, erinnert sich der Biederitzer Trainer Rene Schaarschmidt nur ungern an sein Heimspieldebüt der Saison in der Ehlehalle im September.
Rückblickend ist festzustellen, dass die angemahnte und oft wiederkehrende hohe Fehlerquote in den letzten Wochen schon beträchtlich gesunken ist, der erhoffte Erfolg dennoch allzuoft ausblieb. Auch am letzten Wochenende verlief der Heimauftritt gegen den neuen Tabellenführer aus Haldensleben keineswegs enttäuschend, doch gegen einen solch hochkarätigen Gegner hätte schon nahezu alles passen müssen. „Wir haben zu Beginn des zweiten Durchganges ein wenig den Spielfaden verloren. Wären wir bis in die Schlussphase in Schlagdistanz geblieben, wäre eventuell sogar etwas drin gewesen“, bilanzierte Schaarschmidt am Dienstagabend bei der Aufbereitung der Begegnung. Gleichzeitig wagte er einen vorsichtigen Blick auf die Tabelle und ergänzte: „Die anderen Teams holen hier und da ihre Punkte. Wir müssen jetzt zusehen, dass wir auch zu Zählbarem kommen, um nicht frühzeitig den Kontakt zu verlieren.“
Dieses Vorhaben könnte natürlich nicht nur aus seiner Sicht am liebsten schon im traditionellen Handballdorf Langenweddingen zur Umsetzung kommen, denn der SVL war im Hinspiel beim 23:25 keinesfalls unschlagbar. Andererseits bleibt die „Sporthalle am Heßberg“ auch nach dem kapitalen Umbruch im SVL- Kader eine nur sehr schwer einnehmbare Festung, holten doch die Bördehandballer allein acht ihrer aktuell 14 Zähler in heimischen Gefilden. Mit dem letztwöchigen hart erkämpften 26:25 beim LSV 90 Klein Oschersleben haben sich die Mannen um Haupttorschütze Erik Lewin (108 Tore in 14 Spielen) vielleicht schon vorzeitig aus dem Abstiegsrennen verabschiedet und streben nunmehr nach Höherem.
Ein ganz wichtiger Aspekt wird bei den Biederitzern wieder die Grundeinstellung zur Aufgabe selbst sein. „Wir haben gegen Haldensleben kaum Wünsche in Sachen Kampf und Einsatzbereitschaft offen gelassen. Dies muss unser Grundansatz sein, um vielleicht dann auch in der Fremde endlich den Bock umzustoßen“, meinte Schaarschmidt weiter, der in der Bördegemeinde allerdings erneut auf einige Akteure nicht zurückgreifen kann.

Austragungsort

Sporthalle "Am Heßberg" Langenweddingen
Kirchtor 6, 39171 Sülzetal, Deutschland

Ergebnisse

Mannschaft1. Halbzeit2. HalbzeitTore gesamtSpielausgang
SV Langenweddingen141630Niederlage
SV Eiche 0591726Sieg