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Zusammenfassung

Auf den Kollaps folgt die Kehrtwende

Handball-Verbandsliga: Eintracht Gommern setzt sich gegen Eiche Biederitz mit 31:30 (15:14) durch

Geschichte wiederholt sich eben doch: Im Derby der Handball-Verbandsliga hat sich der SV Eintracht Gommern auch im zweiten Saisonvergleich mit dem SV Eiche 05 Biederitz durchgesetzt. Der 31:30 (15:14)-Heimsieg wurde mit der schweren Verletzung von Marc Stahlhut am Sonnabend aber teuer erkauft.

Fünf Gommeraner Fehlwürfe in Folge zum Start in die zweite Halbzeit und die erste Biederitzer Führung im Spiel. Kempa-Trick von Stephan Holgräbe auf Christian Kinast und es hieß 20:17 für die Gäste. Wer die ersten zehn Minuten nach Wiederbeginn als Maßstab dafür nahm, wie es am Sonnabend gegen 18 Uhr um den Patienten Hoffnung bei der Eintracht bestellt war, musste feststellen: Vitalfunktionen kaum messbar, Zustand kritisch. Eine gute halbe Stunde später gingen dennoch „Derbysieger, Derbysieger“-Gesänge vom Gastgeber aus. Die Ursachen dafür waren vielschichtig. Am entscheidendsten waren wohl aber jene Minuten in der Halbzeitpause, kurz vor dem Kollaps zu Wiederbeginn: „Wir hatten uns in der Kabine nicht viel zu sagen. Eigentlich nur, dass wir diesen Sieg für Marc holen werden“, blickte Gommerns Trainer Sebastian Munter zurück.

Neun Minuten waren im Ehle-Derby absolviert, als der Handball nämlich erst einmal egal wurde. Beim Versuch, Sebastian Rabe am Wurf zu hindern, verletzte sich Eintracht-Kreisläufer Marc Stahlhut schwer am Knie. Nach dem anschließenden Notarzt-Einsatz und einer 15-minütigen Spielunterbrechung saß der Schreck verständlicherweise vor allem bei den Gastgebern tief. „Die Jungs standen unter Schock. Wir haben danach den Gang in die Tiefe und die Zweikämpfe gescheut und es so auch nach außen transportiert: Bitte lass bloß nicht noch mehr passieren“, fasste Munter zusammen.

Ohnehin waren ja beide Seiten personell zu Kreativität gezwungen. Während auf Gommeraner Seite einmal mehr die A-Junioren einsprangen, füllte Biederitz die lichten Reihen mit Routiniers wie dem wieder genesenen Sven Bramer oder Carlos Swoboda aus dem Stadtliga-Team auf. Und erstaunlicherweise war das Schlusslicht vor allem in der Deckung auf Zack. „Unsere disziplinierte 6-0-Abwehr, die gut zur Ballseite verschoben und nicht viele Würfe von hinten zugelassen hat, war sicher das, was uns ausgezeichnet hat“, lobte Eiche-Trainer René Schaarschmidt.

Bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte sah der Gästecoach also, wie der anfängliche 5:8-Rückstand (15.) bis zur Pause schmolz, ehe nach Wiederbeginn die stärkste Biederitzer Phase begann. Vor allem Rechtsaußen Kinast, der am Ende elf Treffer auflegte, war von den Gastgebern nie in den Griff zu bekommen. „Er hat ein riesen Spiel gemacht und wir hatten nicht die richtigen Mittel gegen ihn“, zollte Munter dem Gegner seinen Respekt.

Doch während der zur Pause ins Tor gewechselte Michael Tschirschwitz in Hälfte zwei sieben Paraden zeigte und der Eiche-Innenblock weiter fleißig Würfe abwehrte, geriet der Offensivmotor der Gäste ins Stottern. „Das geht mir zu schnell. Wir geben unser Polster durch einfache Fehler im Angriff wieder her“, haderte der Gästecoach. Hinzu kamen nun viele streitbare Unterzahlsituationen, so dass der Vorsprung beim 21:21 (45.) schon wieder aufgebraucht war.

In der Schlussviertelstunde biss sich die Eintracht so wieder zurück. Vor allem Linksaußen Philipp Wolter steuerte mit seinen drei Legern wichtige Treffer bei, die den Gastgeber stets in Vorhand kommen ließen. Florian Wentzels 29:30-Anschlusstreffer (60.) blieb so das letzte Aufbäumen der Biederitzer, die in ihren sechs verbliebenen „Endspielen“ nur noch eine Mission kennen: „Primäres Ziel ist, dass wir den vorletzten Platz erreichen und dann irgendwie auf eine mögliche Relegation hoffen können. Gegen Klein Oschersleben haben wir in zwei Wochen die Chance dazu“, blickte Schaarschmidt voraus.

Gommern: Hartung, Jo. Wucherpfennig, Pfahl – Prokop (3), Sperling, Wolter (3), Stahlhut, Hoffmann, Kaese (7/3), J.a Wucherpfennig (4/1), Alsleben (6), A. Simon, Lindner (8)

Biederitz: Meyer, Tschirschwitz – Hartmann, Holzgräbe (3), Gericke, Schneider, Bramer (3), Kinast (11), Wentzel (7/2), Bahr, Swoboda (3), Freistedt, Rabe (3)

Siebenmeter: Eintracht 5/4 – Eiche 2/2; Zeitstrafen: Eintracht 2 – Eiche 7; Rot: Johannes Sperling (21., Foulspiel) -Gommern, Sebastian Rabe (58., 3×2 Minuten) -Biederitz

Austragungsort

Sporthalle am Europagymnasium Gommern
Magdeburger Str. 24, 39245 Gommern, Germany

Ergebnisse

Mannschaft1. Halbzeit2. HalbzeitTore gesamtSpielausgang
Eintracht Gommern151631Unentschieden
SV Eiche 05141630Unentschieden