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Zusammenfassung

39:19 – Klassenunterschied beizeiten sichtbar

Die dem Pokal nachgesagten eigenen Gesetze haben am Sonntag im Nordcup-Achtelfinals nicht gegriffen. Die Handballerinnen des SV Eiche 05 Biederitz unterstrichen beim 39:19 (16:9)-Derbyerfolg über den SV Chemie Genthin den Ligenunterschied beider Teams. Schämen mussten sich die Gastgeberinnen allerdings auch nicht.

Für Mia Fleischer und Susann Kühne ist der Sonntag noch in eine Verlängerung gegangen, die es aus Sicht der Genthiner Außen- und Rückraumspielerinnen nun wirklich nicht gebraucht hat. Das Duo vom SV Chemie konnte dann am Abend auf die Frage des Krankenhauspersonals, wie es zu der Handverletzung und der Rippenprellung gekommen war, antworten: Wir haben gekämpft und verloren.

Nicht wenige hatten dem SVC, der seit rund drei Monaten im Wettkampfbetrieb der 2. Nordliga steht, genau jenes Ende im Pokal-Derby gegen die ligahöheren Biederitzerinnen vorhergesagt. Doch was der Erfolg des SV Eiche 05 angesichts der Deutlichkeit von 20 Treffern Differenz verschwieg, war, dass die Genthinerinnen im Duell zweiter personell geschwächter Teams zumindest eine Hälfte mithielten. „Wir sind erhobenen Hauptes aus der Sache heraus gegangen. Für die eigene Lernkurve war der Vergleich mit einem höherklassigen Team wichtig“, fasste André Wieneke aus dem SVC-Trainerduo mit Göran Karbe seine Sicht auf die Dinge zusammen.

Er und die Zuschauer in der Sporthalle an der Berliner Chaussee konnten in der Anfangsphase sogar einen Außenseiter beobachten, der mächtig aufbegehrte. Dank zweier Treffer von Luisa Schrom lagen die Gastgeberinnen nach fünf Minuten mit 2:1 in Führung. Anschließend fanden jedoch auch die Gäste eine Einstellung zum Spiel und rückten die Verhältnisse zurecht. Allen voran Franziska Swoboda war so stets die Erste im Tempogegenstoß und sollte es bis zur Schlusssirene auf satte 19 Treffer bringen. Gegen Ende der ersten Hälfte dämmten die Gastgeberinnen den zwischenzeitlichen Neun-Tore-Rückstand (7:16/27.) zwar etwas ein, doch es blieb das letzte Aufbegehren.

Spätestens nach dem Seitenwechsel kam der Ligenunterschied beider Teams voll zum Tragen. Zwar agierten die in Minimalbesetzung angereisten Gäste phasenweise zu sorglos, doch auf nahezu jeden Genthiner Balldiebstahl in der Abwehr folgte im Vorwärtsgang zuverlässig auch wieder der Verlust des Spielgeräts. Da auch zusehends die Kräfte auf Seiten der „Chemikerinnen“ schwanden, hatten die 05er wenig Mühe, den Vorsprung über die Zwischenstationen 23:13 (37.) und 30:15 (46.) zu vergrößeren. So trugen sich am Ende alle Biederitzer Feldspielerinnen in die Torschützenliste ein, während auf Seiten des SVC die Sehnsucht nach der Schlusssirene wuchs.

Genthin: Eggert, Berndt – J. Asmus, Fleischer (2), Vieille (1), M. Schrom (1), Georgi (1), Kühne (8/2), K. Asmus (3), Lamberts, L. Schrom (3)

Biederitz: Lippold – Gericke (7), Swoboda (19), Kumpf (6), Köster (1/1), Schottstedt (3), Stallmann (2), Gehrmann (1)

Siebenmeter: SVC 4/2 – SVE 1/1; Zeitstrafen: SVC 1 – SVE 4

„JL- Derby“ im Nordcup
Der Blick von André Wieneke ging am Sonntag direkt nach dem Abpfiff wieder nach vorn. „Wir müssen den Kopf frei bekommen, um uns dem Cup-Verteidiger stellen zu können“, erklärte der Trainer der Genthiner Handballlerinnen. Die Nachwehen der bitteren 21:23-Heimniederlage gegen den SV Oebisfelde II im Heimspiel der 2. Nordliga waren dann auch spätestens Mitte der Woche kein Thema mehr bei den Kanalstädtern. Stattdessen richtete sich der Genthiner Fokus auf die Viertelfinal-Paarung im Nordcup. Diese beschert den „Chemikerinnen“ am Sonntag um 15 Uhr das reizvolle „JL“-Derby gegen den SV Eiche 05 Biederitz in eigener Halle. „Auch wenn es für uns um nichts geht, weil unser Hauptaugenmerk eindeutig auf die Liga gerichtet ist, nehmen wir jedes Spiel ernst. Die Partie gegen Oebisfelde haben wir ausgewertet und abgehakt“, erklärt Wieneke aus dem Trainergespann mit Göran Karbe.
Auch in Biederitz hat man natürlich bereits vorab ein Auge auf den kommenden Konkurrenten geworfen:  „Wir haben mit Freude zur Kenntnis genommen, dass es in Genthin wieder Frauenhandball gibt und eine zweite Kraft nach den Rückzügen von Burg und zuletzt Güsen im Jerichower Land heranwächst“, meint die Biederitzer Trainerin Elke Wiedon, die in der zurückliegenden Woche beide Trainingseinheiten aus Mangel an Beteiligung absagen musste.
Mit der vermeintlichen Favoritenrolle ihres Teams ist es allerdings so eine Sache, denn auch im zurückliegenden Punktspiel beim FSV in Magdeburg kam diese erst recht spät zum Tragen. „Wir wollen ins Halbfinale, müssen aber davon ausgehen, dass es am dritten Advent kein Sonntagsspaziergang wird“, weiß und warnt Wiedon, die erneut aufgrund von Krankheit, beziehungsweise Verletzungen auf einige Stammkräfte verzichten muss.
Der gastgebende SVC kann dagegen aus der vollen Breite seines Kaders schöpfen. Vollmundige Ziele werden dennoch in Genthin nicht ausgerufen. Vielmehr geht es dem neugegründeten Team darum, sich weiter Matchpraxis zu verschaffen, um für den weiteren Ligaalltag gerüstet zu sein.

Austragungsort

Sporthalle Genthin
Berliner Chaussee 18, 39307 Genthin, Germany

Ergebnisse

Mannschaft1. Halbzeit2. HalbzeitTore gesamtSpielausgang
SV Chemie Genthin91019Niederlage
SV Eiche 05 (F)162339Sieg