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Zusammenfassung

Biederitz feiert seine Verlierer/ Eintracht Gommern zittert sich mit 21:20 zum Derbysieg

„Ich brauche noch zwei Minuten, um meine Birne zu lüften.“Ganz ähnlich dürfte es am Sonntag nicht nur Gommerns Trainer Sebastian Munter nach dem Derby in der Handball- Verbandsliga beim SV Eiche 05 Biederitz ergannen sein. Denkbar knapp setzte sich am Ende der SV Eintracht mit 21:20 (13:8) durch.

„Eiche, Eiche, Eiche“, hallte es nach der Schlusssirene von der Empore der Ehlehalle in Richtung Spielfeld. Dass eine Mannschaft für eine Niederlage vom eigenen Anhang gefeiert wird, kommt auch im Handball nur in Ausnahmen vor. Einer jener seltenen Fälle war die Biederitzer Derbypleite vom Sonntag. Auch Trainer Rene Schaarschmidt hat die Anerkennung der Fans zur Kenntnis genommen, doch letztlich änderte sie nichts an der Enttäuschung: „Wir reden jede Woche davon, dass wir auf dieses oder jenes aus dem Spiel aufbauen können. Aber was wir brauchen, sind Punkte. Und davon fehlt uns auch heute wieder mindestens einer.“ Dass die Gastgeber überhaupt noch einmal in die Nähe eines Zählers kommen, hätte nach 22 Minuten kaum jemand für möglich gehalten. Denn zunächst fanden die Gommeraner einen perfekten Einstieg ins Spiel und arbeiteten sich eine 12:3- Führung heraus. Der Vorteil der Gäste, von allen Positionen Torgefahr ausstrahlen zu können, machte sich dabei bezahlt. Mit guten Absprachen in der Deckung und einigen Paraden der Torhüter schien es, als würden die Gommeraner ihren Gegner überrennen. Doch nun fanden auch die Biederitzer vor stimmungsvoller Kulisse mehr Zugriff aufs Spiel. Über gelungene Aktionen in der Abwehr pushte sich der Gastgeber gegenseitig. Offensiv hatte nun vor allem Sören Große das richtige Händchen gefunden, so dass die 05er Tor um Tor verkürzten. Zwar waren fünf Treffer Rückstand zur Pause immer noch eine ziemliche Hypothek, doch das Momentum lag zu diesem Zeitpunkt längst auf Biederitzer Seite. Auch mit Wiederbeginn knüpfte Eiche an den starken Auftritt an. Gommern fand dagegen im Angriff zusehends weniger Lösungen. Natürlich zum Wohlgefallen von Schaarschmidt: „Unsere kompakte 6-0- Abwehr mit einem sich steigernden Andy Gronemeier im Tor war der Schlüssel zur Aufholjagd.“ Nach 43 Minuten wankte die Eintracht endgültig. Große hatte gerade den 16:16- Ausgleich erzielt und nun schien sogar die vollständige Wende im Spiel möglich. Doch auf der anderen Seite warf der spielerfahrene und abgebrühte Alexander Schäde sein Team mit zwei Toren in Folge zur 19:17- Führung (50.), bevor die Biederitzer Bank zum Time- Out bat. Im Schlussgang ließ sich die Eintracht jedoch nicht mehr übertöpeln und fuhr einen denkbar knappen Sieg ein. Entsprechend erleichtert zeigte sich Coach Munter: „Ein nervenaufreibendes Spiel. Das vertrage ich nicht jedes Wochenende. Aber die Bilanz sieht mit 8:0- Punkten im Oktober hervorragend aus und die Mannschaft hat gezeigt, was wir wochenlang trainiert haben. Auch wenn es heute knapp war.“ Auf Seiten der Biederitzer war dagegen klar, woran der zweite Saisonerfolg scheiterte. Schaarschmidt fasste zusammen: „Kompliment, dass die Jungs noch einmal derart zurückkommen. Aber der verschlafene Start war ursächlich dafür, dass wir nach hinten heraus nicht die Kraft hatten, selbst einen Vorsprung herauszuwerfen.“

Biederitz: Meyer, Gronemeier – Gericke, Holzgräbe (5), Fehse (1), Köster, Walde (2), Wentzel (1), Bahr, Klack (2), Freistedt, Steinweg, Rabe, Große (9/4)

Gommern: Pfahl, Hartung – Söder (3/2), Einwiller, Schröder (2), Leine (2), Schäde (2/1), Kaffenberger (1), Stahlhut (1), Hoffmann, Kaese (5), Alsleben (1), Lindner (4)

Siebenmeter: Eiche 6/4 – Gommern 5/3

Zeitstrafen: Eiche 7 – Gommern 3 Rot: Andre Freistedt (54., 3×2 Minuten)

 

Sonntag 16 Uhr: Ehlehalle sieht Derby Eiche gg Eintracht

Wenn am Sonntag um 16 Uhr in der Verbandsliga der SV Eiche 05 Biederitz und Eintracht Gommern in der Ehlehalle aufeinander treffen, sind die Vorzeichen gegenüber den letzten Jahren grundsätzlich andere. Während sich die Biederitzer einige Jahre in der Sachsen- Anhaltliga tummelten, wurden zwischenzeitlich in Gommern kleinere Brötchen gebacken. Aktuell haben nicht nur vom Tabellenbild her die Gäste die Nase vorn und folglich auch die Favoritenrolle inne.
Im Biederitzer Lager ist das Wort Derby in der Trainingswoche nicht wirklich großartig in den Mund genommen worden. Um es anders auszudrücken: Das Hauptaugenmerk liegt grundlegend im Kampf um den Ligaerhalt und da braucht es Punkte, egal gegen welchen Kontrahenten und zu welchem Zeitpunkt. „Natürlich streben wir Zählbares an, auch weil wir in eigener Halle spielen. Da muss vor allem Einsatz und Willen stimmen, denn andere gewichtige Aspekte sprechen da gegen uns“, weiß der Biederitzer Trainer Rene Schaarschmidt, der bekanntlich keine kleine Gommeraner Vergangenheit besitzt. Sowohl als Spieler als auch als Trainer war er über viele Jahre einer der Macher des Gommeraner Handballs. „Wir müssen unsere Fehlerquote klein halten und unsere Chancen ganz einfach nutzen. Aber da waren wir zuletzt auf einem positiven Weg…“, weiß Schaarschmidt, der die Gommeraner in dieser Saison bereits bei einem Heimspiel in Augenschein genommen hat. Überhaupt haben die Eintrachthandballer sieben ihrer insgesamt acht Zähler in heimischen Gefilden einfahren können. Die beiden souveränen Heimauftritte gegen den Güsener HC (36:27) und zuletzt gegen den LSV 90 Klein Oschersleben (31:26) haben die Schützlinge um Trainer Sebastian Munter in das ruhige Fahrwasser der Verbandsliga gehieft. Das Ziel der Eintracht ist jedoch klar, denn mit einem Erfolg in der Ehlehalle soll der Blick weiter nach oben gerichtet werden.
Im Biederitzer Lager stellt sich die Situation seit dem Heimerfolg gegen die HSG Altmark/West doch ein wenig entspannter gegenüber den Wochen zuvor dar. Daran änderte auch nichts die (zu) hohe Niederlage beim Post SV Magdeburg am letzten Sonnabend. „Bis zum 23:19 haben wir auch da gezeigt, das wir in der Liga Akzente setzen können. Brechen dann aber mit Sven Bramer und Florian Wentzel zwei Aktivposten weg, ist das mit unserem Kader nicht abzufangen“, versucht auch der Biederitzer Co- Trainer Ingo Heitmann das 20:32 aus der Vorwoche ins rechte Licht zu rücken. Die Blicke auf die bevorstehenden Aufgaben wurden denn auch bereits in der Kabine der Landeshauptstadt gerichtet. „Obwohl die Tabelle noch immer mit Vorsicht zu genießen ist, so ist doch unverkennbar, dass nach der Partie gegen Gommern die Begegnungen mit Mannschaften unserer Kragenweite anstehen“, blickt Trainer Rene Schaarschmidt bereits über den berühmten Tellerrand hinaus. Natürlich dürfte auch er nichts dagegen haben, wenn Zählbares gegen die vermeintlichen Hochkaräter wie beispielsweise die Gommeraner Eintracht abfallen. „Die Truppe hat in den letzten Spielen und auch Trainingseinheiten einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die Moral ist in jedem Fall intakt.“ Trotz klarer Vorzeichen dürfen sich die hoffentlich zahlreichen Zuschauer aus beiden Lagern auf ein spannendes Derby freuen.

Austragungsort

Ehlesporthalle Biederitz
Schillerstraße 2, 39175 Biederitz, Deutschland

Ergebnisse

Mannschaft1. Halbzeit2. HalbzeitTore gesamtSpielausgang
SV Eiche 0581220Sieg
Eintracht Gommern13821Niederlage