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Zusammenfassung

Ein Abschied mit Makeln

Im letzten Heimspiel haben sich die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer des SV Eiche 05 Biederitz mit 34:31 (17:17) gegen Schlusslicht Schönebeck durchgesetzt. Der Weg dorthin glich am Sonnabend jedoch einem Kraftakt.

Wir haben die Augenringe von André Freistedt nicht gezählt. Es dürften allerdings einige sein, denn die Nächte des Kreisläufers vom SV Eiche 05 Biederitz und seiner Doreen sind derzeit nicht von übermäßig viel Geruhsamkeit geprägt. „Er ist gerade Vater geworden. So viel Schlaf bekommt er also nicht ab“, verriet Trainer Enrico Sonntag. Dennoch stellte sich Freistedt im letzten Heimspiel der Saison in den Dienst des Teams.
Während so immerhin eine Biederitzer Wechseloption unter den Feldspielern zur Verfügung stand, gab es am Sonnabend nicht wenige in der Ehlehalle, die sich eine ähnlich große Opferbereitschaft von den übrigen sechs gewünscht hätten. Ein Ruhmesblatt war der 34:31 (17:17)-Heimsieg über das sieglose Schlusslicht der SG Lok Schönebeck nämlich nicht. „Es zog sich wie ein roter Faden durch unser Spiel. Schon bei der Erwärmung war klar, dass wir nicht die nötige Spannung aufbringen können. Ein Gegner wie Schönebeck kann dann durchaus unangenehm werden, wenn er seine Chance wittert“, verdeutlichte Sonntag.
Nun strahlten die Gäste trotz einer 1:0- und 2:1-Führung in den ersten Minuten keine erschreckend große Gefahr aus, Schönebeck blieb im gesamten Spiel im Angriff ausrechenbar und in der Abwehr löchrig, doch zur Souveränität fand der SV Eiche auch nach eigener 4:3-Führung nicht (6.). Zum einen hatte die SG Lok ihre Lehren aus dem Hinspiel gezogen und nahm Christoph Frank von der ersten Minute an in Manndeckung. Während der designierte Torschützenkönig so mit wenigen Ausnahmen nach Freiwürfen und bei Siebenmetern kaum in Erscheinung trat, verstanden es die Nebenleute aber zum anderen nur selten, den entstandenen Platz im Fünf-gegen-Fünf zu nutzen. Sonntag kritisierte: „Man kann nicht alles auf ‚Chrissi‘ abwälzen. Obwohl wir Lösungen für eine Manndeckung gegen ihn haben, nutzen wir sie nicht. “
Als die Schönebecker kurz vor der Pause die Abwehr noch weiter öffneten, drohte das Biederitzer Offensivspiel gänzlich zu erlahmen. So war es in erster Linie dem gewonnenen Torhüterduell von Andreas Wichmann gegen Lok-Youngster Leon Dobertin zu verdanken, dass der SVE seine 16:12-Führung (22.) beim Seitenwechsel „nur“ zu einem Unentschieden verspielt hatte. Allerdings hatten die Elbestädter Morgenluft gewittert. Mit unermüdlichem Einsatz in der Abwehr und konsequentem Tempo im Angriff fing Lok die Gastgeber auch nach dem 23:19 (37.) wieder ein und legte nach 41 Minuten sogar eine 24:23-Führung vor.
Dass der letzte Heimauftritt nicht in einer Blamage endete, lag an Max Held. Eiches bester Werfer steuerte in den letzten zwölf Minuten überwiegend von der Siebenmeterlinie und nach Tempogegenstößen sechs seiner insgesamt zehn Treffer bei, nachdem die Fehlerquote der Gäste zugenommen hatte. „Es ist wie immer bei Max: Wenn er wie in der ersten Hälfte zwei Fehlwürfe hatte, nimmt er sich zurück. Ist das Erfolgserlebnis da, legt er aber den Schalter um und kann so ein Spiel auch allein entscheiden“, zeigte sich Coach Sonntag versöhnt. Zumindest er dürfte also in der Nacht zum Sonnabend ruhig geschlafen haben.

Biederitz: Wichmann, Wolke – Möritz (4), Held (10/3), Kinast (3), Große (3), Freistedt, Frank (5/2), Tysack (9)
Schönebeck: Dobertin, Knörich – Kessel (1), Schulz (2), Bauer (4), Haverland (8/3), Willner, Bullmann (9), Riedel (2), Thiedig, Moschner, Ernst (5), Krause

Siebenmeter: Eiche 6/5 – Lok 3/3; Zeitstrafen: Eiche 3 – Lok 4

SG Lok kommt: Der Favoritenrolle gerecht werden

Die Sachsen- Anhaltliga- Handballer des SV Eiche 05 Biederitz (10., 18:30 Punkte) empfangen am Sonnabend um 16 Uhr das sieglose Tabellenschlusslicht Lok Schönebeck (14., 1:47). Das klare Ziel im letzten Heimspiel heißt natürlich Heimsieg.
Keine Frage, der letzte Auftritt des SV Eiche 05 vor heimischer Kulisse soll am Sonnabend erfolgreich gestaltet werden. Rein sportlich besteht an dieser Forderung nur wenig Zweifel, zu eindeutig sind die Vorzeichen auch mit Blick auf die selten lügende Tabelle. Im Hinspiel wurde dieses Duell noch als „Vierpunktespiel“ ausgerufen, doch inzwischen haben sich die damaligen Anzeichen der Entwicklung mehr als bewahrheitet. Während die Biederitzer im weiteren Verlauf fleißig Punkte im Kampf um den Ligaerhalt einheimsten, konnte die SG Lok nie wirklich auch in der Folgezeit Ligatauglichkeit nachweisen. „Natürlich gehen wir die anstehende Aufgabe mit der nötigen Konzentration an, denn ohne die geht es auch schnell mal nach hinten los…“, meint und warnt der Biederitzer Trainer Enrico Sonntag, der wie zahlreiche Spieler vor der Begegnung des 25. Spieltages verabschiedet wird, zugleich.
Im besagten Hinspiel legten die Biederitzer, die schon zur Halbzeit beim Stand von 16:8 klar auf der Siegerstrasse eingebogen waren, vor allem in der Abwehr den Grundstein für den späteren jederzeit verdienten 29:23- Auswärtserfolg. Ein solcher erfolgreicher Saisonausklang ist der Mannschaft, die in der kommenden Spielzeit ein gänzlich anderes Gesicht haben wird, auch für den Sonnabend zu wünschen.

Austragungsort

Ehlesporthalle Biederitz
Schillerstraße 2, 39175 Biederitz, Deutschland

Ergebnisse

Mannschaft1. Halbzeit2. HalbzeitTore gesamtSpielausgang
SV Eiche 05171734Sieg
SG Lok Schönebeck171431Niederlage